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Mensch & Kosmos
Astrologie & Sinn
11. Sept. 2001
Gestalt-Therapie
spirit. Therapie
Buch-Präsentation

 

Seite 4
Die Ereignisse um den 11. September 2001
und das Horoskop der USA

- aus der Sicht einer spirituellen Astrologie -

Mit den grausigen Ereignissen am 11.September 01 um 8:46 Uhr New Yorker Ortszeit wird Amerika zum Opfer existentieller Bedrohung durch Vorgänge, die in dieser Konsequenz vorher kaum für möglich gehalten wurden.
An diesem Punkt der Betrachtung möchte ich einige Bemerkungen einschieben, die uns helfen können mögliche Mißverständnisse erst gar nicht aufkommen zu lassen. Es geht mir in diesem Artikel nicht darum Amerika als die allein verantwortliche Instanz für die aktuellen Geschehnisse hinzustellen und die astrologische Konstellation dabei auch nicht in den kosmischen Rang einer rächenden Gerechtigkeit im Sinne der Parteiung hinein-zu-assoziieren. Das wäre meines Erachtens denn doch wohl ein zu simples Strickmuster „esoterischer“ Welterklärung. Ich denke auf einer tieferen Wahrheitsebene sind die beteiligten Mechanismen wesentlich komplexer und berühren die essentiellen Werde-Gesetze kosmisch-menschlicher Evolution, die jenseits von realer Schuld und Moral liegen, in die wir uns alle jedoch paradoxerweise immer wieder aufs Neue subjektiv verstricken müssen. Ein evolutionärer Drang fordert uns ständig heraus kontinuierlich vom „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ zu essen und wir verderben uns immer wieder den Magen daran - individuell und kollektiv. Das schafft ein bewußtseinswaches Verhältnis zu unseren rein subjektiv empfundenen Schuldgefühlen, die aus unserem zu starken inneren Verhaftet-sein mit der Welt der Materie resultieren und setzt ethische und spirituelle Entwicklungsprozesse in Gang.
Wenn ich dennoch in meinen bisherigen Ausführungen schwerpunktmäßig bei der Rolle Amerikas verweilt bin und es hier auch weiterhin zu tun gedenke, hat das verschiedene Gründe:
Zum einen sind mir im Moment die genauen Geburtsdaten von Osama bin Laden und einem Talibanstaat nicht bekannt, sondern nur Spekulative, auf die ich jedoch hier nicht bauen will.
Zum anderen bin ich der festen Überzeugung, daß wir die Welt nicht verändern können indem wir versuchen die Anderen zu verändern. Wir können nur bei uns selbst anfangen, auch wenn es noch so schwer fällt. Und Amerika - das sind in einem bedeutsamen Ausmaß auch wir, die gesamte westliche Welt. Oder soll ich sagen die 1. Welt ? Vor Tagen las ich irgendwo die treffende Bezeichnung Wohlstandsfundamentalismus. Dieser Begriff macht für mich sehr deutlich wo wir selber stehen und die nächste Stufe in diesem Wortspiel wäre dann Wohlstandsterrorismus.
Das Bild vom „Kampf des Guten gegen das Böse“, so wie es zur Zeit in allen Lagern propagiert wird, hat aus meiner Sichtweise heraus durchaus seine Relevanz, aber nur da, wo es auf einer ausschließlich inner-psychischen Ebene verstanden und gleichzeitig auf jeden einzelnen Menschen bezogen wird. Gut und Böse sind Antagonisten auf dem Schlachtfeld unseres eigenen Bewußtseins und dienen - wahr-genommen - der spirituellen Evolution des Einzelnen und der Gattung.
Da jedoch, wo diese Bilder zu sehr veräußerlicht werden und einzelne Menschen oder Gruppen sich selbst zu sehr mit dem Bild „des Guten“ identifizieren (egal in welchem Zusammenhang), wird im harmlosesten Falle „nur“ das infantile Sein gehätschelt - in der Regel wird es jedoch fast immer unangenehm, manchmal sogar höchst gefährlich.
Kollektivpsychologisch ausgedrückt, sehe ich im gegenwärtigen Weltgeschehen gigantische Projektionsmechanismen am Werk und „das Böse“ wird der jeweils anderen Seite zugeschoben, ist deshalb im eigenen System auch nicht mehr „auffindbar“. Wenn aber die Einheit der Polarität im eigenen System nicht mehr bewußt wahrgenommen wird, entsteht im Außen eine Situation, in der das Böse nur noch gegen sich selbst kämpft. Der einzige Unterschied zwischen den beteiligten Parteien („Gegnern“) besteht dann nur noch in der äußeren Verkleidung, nicht aber mehr im innersten Gehalt. Terrorismus ist kein isoliertes Geschehen, das man nur aus seinen eigenen kriminellen Impulsen heraus erklären kann, es ist ein Symptom und wir stehen gegenwärtig offensichtlich in Resonanz mit diesem Symptom bzw. „wir haben das Symptom“.
Mit all dem bisher Gesagten bin ich nicht der Meinung Amerika oder die westliche Welt sollte nun in falsch verstandener Demut alles hinnehmen. Ich glaube, was hier am 11. September geschehen ist, kann man nicht einfach so hinnehmen. Für Maßnahmen der Abwehr und aktiven Gegenwehr habe ich zunächst einmal vollstes Verständnis. Diese müssen aber eben maßvoll sein, d.h. zeitgleich zu ihrem Ablauf muß ein Prozeß kritischer Selbstreflektion einsetzen. Der Grad der Wahrhaftigkeit mit dem diese Selbstreflektion einhergeht wird dann Art und Intensität der (Gegen-)Maßnahmen angemessen modifizieren. An die Haltung der Konsequenz wird auf diese Weise eine Haltung der Demut angekoppelt und - die Welt ist magisch - das kollektive Immunsystem könnte hierüber gestärkt werden.
Darüber hinaus bin ich aber auch der festen Überzeugung daß gerade die zuletzt geäußerten Gedanken zu einem gewissen Grade meinen eigenen „frommen Wünschen“ entspringen ohne dabei an ihren tiefsten Wahrheitsgehalt zu zweifeln. Die ein-deutige Wahrheit ist eben in einer polaren Welt schwer zu haben. Meine geäußerten Gedanken beziehen sich schon auf Entwicklungs-Ergebnisse. Diese Ergebnisse lassen sich - bei allem Idealismus - jedoch nicht einfach so vorwegnehmen. Sie sind immer in einem hohen Grade das Resultat eines vorher schon gelaufenen d.h. durchlebten und durchlittenen Prozesses. Erst ein Solcher bringt wirklich Ein-Sicht und damit Reife und Bewußtheit.

 

 

 
     

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